Und jetzt erzähle ich euch, wie ein neuer Traum begann...

Am 27.05.2014 nahm ich mir ein kleines süßes Auto aus einem Ü-Ei.

Und meine Reise beginnt in der Straßenbahn der Linie 42. Man wird schon etwas merkwürdig angeschaut, wenn man ein Schild um den Hals hängen hat, auf dem steht:Tauschkette. Ich mache eine Maßnahme vom Jobcenter Krefeld. Bitte helft. - Andrea (Pseudonym) und Anita waren zwar begeistert von meiner kreativen Ader, hatten aber auf der anderen Seite schon beschlossen weit hinter mir zu stehen, wenn ich die Leute belästige. :D Anitas Lieblingssatz ist auch: "Du bist der Knaller". Hmmm, ist das jetzt nun positiv oder negativ gemeint? ;)

Mit dem Schirm unter dem Arm stand ich nun da, das Auto noch in meiner Tasche und laut überlegend mit meinen Begleitern, hatte ich eigentlich noch keinen Gedanken daran verschwendet jetzt schon anzufangen. Mir war zwar klar, dass ich das Schild um habe, aber gedankenverloren wie ich nun einfach mal bin...naja, Andrea meinte mit einem fetten Grinsen im Gesicht, dass ein netter älterer Herr dort vorne doch sehr interessiert schaut. Wie ein Grinsen anstecken kann, kramte ich dann mal nach meinem kleinen roten Auto. Andrea wickelte sich lachend in ihre Jacke und meinte dann, dass sie mich jetzt nicht mehr kennen würde. Aber es war doch ihre Idee, nicht meine. :) Ich bin unschuldig.^^

Und arme Silke, hätte sie das vorher gewußt...sie ist diejenige, die neben mir stand und ich drückte ihr erst mal meine Sachen in die Hand. Ging schnurstracks auf mein erstes potentielles Opfer zu. Fing an zu erklären, was ich hier mache und warum. Doch zum Tauschen hatte er leider nichts, ebenfalls nicht die ältere nette Dame gegenüber. Also auf nach hinten. Auch wenn ich die Gesichter von Bianca und Co nicht gesehen habe, das Gelächter hat man bestimmt noch hinten in der Bahn gehört. Und sie haben sich bestimmt auch gefragt, was mir im Kopf umhergeht - kann ich sagen: nichts!

Schulterzuck. Das war mein erster Gang. Man wird belächelt oder etwas entsetzt angeschaut. Aber letztendlich muss man etwas tun, wenn man was erreichen will. Man selbst hat auch schon ein seltsames Bauchgefühl, wenn man dann jeden anquasselt, mit dem was ist und was man möchte, mit einem kleinen roten Auto in der Hand. Das locker darin verschwindet, wenn man sie schließt. Und wenn man glaubt, selbst peinlich berührt zu sein so herum zu laufen, sollte man erst ein Mal die sehen, die sich noch peinlich berührter weg drehen und so tun als hätten sie unter ihren Kopfhörern nichts gehört. Aber ein Gesichtsausdruck kann sehr viel aussagen: um Gottes Willen, komm bloß nicht zu mir. Schon erstaunlich, dass die ältere Generation da cooler drauf reagiert, als die Jugendlichen von heute, von denen man annehmen kann, dass die schon größeren Unsinn verzapft haben, was einem wirklich peinlich sein kann.

Nun gut, am Hauptbahnhof in Krefeld. Meine Begleiter und ich standen nun vorm Altersheim und zündeten uns Zigaretten an. Noch am überlegen, was meine erste Station sein könnte, meinte Andrea zu mir, dass die doch hier rein gehen könnte. Schulterzuck. Warum nicht? Also drückte ich Silke den Regenschirm von meiner Tochter in die Hand und ging hinein. Ich stelle mich vor und erklärte warum ich mit einem kleinen roten Auto bei ihr stehe. Sie lächelte mich an und fing an zu suchen, gerne hätte sie mir etwas mit dem Logo der Caritas darauf gegeben, aber nirgends war etwas zu finden. Mit einem inneren Seufzer dachte ich schon daran, dass ich wohl doch nichts eintauschen kann. Doch sie wurde fündig und ich bekam einen Kalender von ihr. (Knast Kalender  Freiheit von 2013). Ein Dankeschön an die nette Mitarbeiterin dort.

Draußen vor der Eingangstür konnte es Andrea am wenigsten glauben, was ich hier mache und noch erstaunter ihr Gesicht, als ich den OK-Daumen hob mit einem fetten Grinsen, das es geklappt hat. Obwohl mein Gesicht während des Wartens immer länger wurde und sich die kurze Zeit wie Kaugummi zog, weil die nette Mitarbeiterin überall suchte, nichts fand und ich schon dachte, dass ich trotz guten Willens und innerer Flunsch nix tauschen könnte. Aber hatte ja geklappt - zum Glüüüüück.

Also schnell ein Foto davon mit meinem Handy gemacht. Zusammen suchten wir dann einen Sitzplatz bei dem ansässigen Bäcker. Ich schaute mich um und überlegte: Wo jetzt hin?

Während es weiter in Strömen regnete, besuchte ich mit meinem Kalender die dortige Sparkasse. Erst mal suchen, wo ich mich anstellen muss und ein Gedanke schoss mir durch den Kopf, den ich aber doch lieber wieder verdrängte: Soll ich mich jetzt einfach mal hier reinstellen und wie ein Marktschreier bekannt geben, was ich will? Ähm ja, nee, lieber doch nicht. Reicht doch schon, wenn ich mein Schild um den Hals trage.

Endlich, nun war ich an der Reihe. Bin ja schon ein geduldiger Mensch im Warten, habe schließlich drei Kinder, aber so mit dem Hintergedanken des Tauschens und diesem dämlichen Schild um den Hals...irgendwie kommt man sich ja schon bescheuert vor. Ich erklärte dem netten Mitarbeiter der Sparkasse alles wie gehabt. Da er es um den Kalender schade fände, gab er mir zu meinem Tauschobjekt einen Kugelschreiber. Es war zwar kein richtiger Tausch, aber doch nicht so ganz unerfolgreich. Wieder mein OK-Daumen und hüpfend wie ein Frosch über die Pfützen erst mal wieder zurück zu den anderen. Schade, dass man nicht unter dem Regen hinweg laufen kann. Klaro, hätte ja auch den Kalender nehmen können, weil schlauer Weise hab ich meinen Schirm ja bei Silke gelassen, aber noch war es kein Kilometerlauf.

Ich setzte mich zu meinen Begleitern und machte erst ein Mal wieder ein Bild.  Andrea machte mich darauf aufmerksam, dass der SWK fairkauf um die Ecke nun auf hätte. Und mit einem dicken Grinsen im Gesicht schnappte ich mir meinen Kalender, um in eintauschen zu können. Und auch wenn es mal wieder ihre Idee war, meinte Andrea nur: "Nee, das machst du jetzt nicht wirklich?" Warum nicht, da wollte ich doch als erstes hin, aber da hatten die noch zu. -.- "Doch."

Nach einer kurzen Erklärung was ich wollte, durfte ich mir eine Sache aussuchen. Nachdem ich mehrfach überlegend um die beiden Tische gelaufen bin, entschied ich mich für einen kleinen Bierkrug. Auf der einen Seite hatte ich eine große Auswahl, aber auf der anderen Seite musste es etwas außergewönliches sein, womit man noch etwas anfangen kann. Also ein Einzelstück. Was will man schon mit einem Set von Gläsern, die man auch noch in dem Regen durch die Gegend schleppen muss?

Zudem muss ich sagen, mit einer Idee ist es ja ganz gut und schön, aber im Regen mit Ballerinas laufen, ist keine besonders gute Idee. Aber was soll's, ich verabschiedete mich von meinen Begleitern. Mein Weg führte mich also nun zu einer nächstgelegenen Kneipe. Na toll, ich will doch bloß was tauschen und der Schirm hängt fest, ist nass. Wo schnell hin damit? Ok, hier in die Ecke. Ein Minnie-Maus-Schirm in einer Rockerkneipe macht sich glaube ich nicht so gut. Obwohl das Schild ja auch nicht viel besser war. Ein paar nette Gäste und ein interessierter Bartender, mehr wie ein Rocker angezogen, aber super nett. Ich stellte mich wie immer brav vor und erzählte ihm von der Tauschbörse und was ich vor habe. Er grinste und machte sich auf die Suche. Wieder hatte ich zwar nur einen Bierkrug, aber immerhin, ein Liter passte rein. Hehe, jetzt so einen Humpen voll Trinken? Oi, aber ich musste ja weiter...man wünschte mir viel Glück beim weiter tauschen und ich machte mich davon.

Im Regen, unter dem Minnie-Maus-Kinderschirm meiner Tochter, dem schweren Humpen und diesem dämlichen Schild um den Hals schlug ich erst mal wieder Haken um die Pfützen. Ein Mal so quer durch die Stadt, in großen Elektrogeschäften, in kleinen Läden für An- und Verkauf, in Kneipen und Bäckereien. Irgendwie alles aussichtslos und deprimierend. Obwohl der beste Besuch noch in dem An-und Verkauf war.

Begrüßt hat mich die nette Dame noch, aber in der kurzen Zeit, als ich ihr erklärte, wer ich bin und was ich hier mit dem Bierkrug machte, stand sie nur mit offenem Mund da, starrte mich fassungslos an und schüttelte wortlos nur mit dem Kopf. Wäre ich eine Außerirdische gewesen, hätte ich die Reaktion ja noch verstehen können. Naja, aber so passte sie eigentlich gut zu dem merkwürdigem Kram in ihrem Laden.

Weiter gehts. Unter meinem Schirmchen machte ich mir erst mal eine Kippe an, noch mutigen Schrittes glaubte ich daran meinen Humpen doch noch weiter eintauschen zu können. Immer den Blick nach links und rechts, immer mit dem Gedanken: Hmmm, könnte das passen? Würde es hier gehen? Uff, und dieser dämliche Bierkrug wurde einfach nur immer schwerer und schwerer. Ampel, werd bloß nicht rot, ich will nicht noch länger im Regen stehen. Also im herumflitzen weiter schauen, die Zeit verging, der Regen hörte einfach nicht auf...mir verging die Lust am Latschen und ich hatte eigentlich noch was besseres zu tun.

Jetzt war ich quer durch die Stadt, war nass und froh, endlich mein selbst gemaltes Schild abnehmen zu können. Schaute trotzdem verstohlen durch die Gegend, ging lieber noch ein paar Schritte weiter. Ich kam mir so auffällig vor mit dem Schild. Würden die Leute nochmal dämlich schauen, wenn ich an sowas herumfummelte? Wie ich krampfhaft versuchte den Humpen zu halten, mit dem Schirm in der Hand? Vor allem wenn man nicht gleich auf die Idee kommt, das Schild vom Karabiner zu lösen und es erst versucht über den Kopf zu ziehen? Zum Glück hatte ich nicht das Gefühl eine knallrote Birne zu kriegen, sonst hätte ich wahrscheinlich bis nach Timbuktu geleuchtet.

Und wenn man nichts mehr erreicht hat...ja doch, irgendwann kommt man sich lächerlicher vor, als vorher. Es war schon eine Erleichterung nur noch als normaler Bürger nach Hause zu kommen und wer weiß schon, wann ich das nächste Mal so unbeschwert durch die Stadt laufen kann. Ich kann nur hoffen, dass man meinen Anblick so schnell wie möglich vergessen hat.

Also ab nach Hause und erst mal trocken legen. Kurze Zeit später kam dann endlich mein Sohnemann nach Hause und ich schleppte ihn zur Logopädie. Eigentlich hatte er keine Lust dort hin, es war ihm zu nass, aber was sein muss, muss sein. Auf dem Rückweg waren meine Gedanken eigentlich schon beim Einkaufszettel, ich hatte den ganzen Vormittag irgendwie verdaddelt. Mein großer Sohnemann kam in der Zwischenzeit auch, da er früher Schulschluss hatte. Mir brannte die Zeit unter den Nägeln, nur noch 15Minuten und die Kita von meiner Tochter würde schließen. Und es war noch einiges an Weg zum Laufen.

Ui, ui, ui - was seh ich da. Von einem Elektrogeschäft stand er mit mal da. Ein Fernseher - mit einem Schild drauf, dass er zu verschenken ist. Ui, ich hab sie doch echt nicht mehr alle - ich hab doch keine Zeit. Also stürm ich in den Laden rein. Macht ja nichts, dass da noch ein anderer Kunde steht, aber ich hab doch keine Zeit. Wer keine hat und auch nicht groß am nachdenken ist, fragt dann einfach lieber zwei Mal nach, ob der noch zu verschenken ist und ob ich mir den mitnehmen kann. "Könnte ich vielleicht auch eine Tüte oder etwas zum abdecken bekommen?" Nun ja, hätte ich die Zeit gehabt, wäre das sicherlich möglich gewesen, aber der ständige Blick auf die Uhrzeit im Handy verriet mir - oi, es wird immer später und ich hab doch keine Zeit. Ich verabschiedete mich höflich und ging mit den Worten, dass ich den Fernseher doch so mitnehme.

Muss lustig ausgesehen haben, wie meine Jungs auf dem Heimweg versucht haben mit ihren kleinen Schirmen über dem Fernseher diesen zu schützen. Der Versuch den einen Schirm so zwischen mir und dem Fernseher so einzuklemmen das er hält, naja, ich sage es mal so, eine gute Idee, nur die Ausführung ließ zu wünschen übrig. Es regnete, an jeder blöden Straße halten und so ein Fernseher wird auch nicht leichter. Und Kinder, die um einen herumtänzeln und zu helfen versuchen. Endlich am Schinkenplatz angekommen musste ich das Ding erst mal absetzen. Boah, ich krieg die Krise, ich kann und mag nicht mehr...es regnet immernoch, ich habe nur noch 9 Minuten um bei der Kita zu sein, verdammt - was hat mich da eigentlich geritten? Ok, weiter, die letzten Meter und die Ampel. Also los, die Kinder scheuchen, vorher drücke ich meinem Großen noch die Schlüssel in die Hand, damit er mir die Türen aufmacht. Und weiter gehts, endlich geschafft. Der Fernseher in der Wohnung und jetzt aber flitzen. Zum Glück geschafft, meine Tochter war trotzdem nicht die letzte.

Aber jetzt musste mein Tauschgeschäft noch perfekt gemacht werden. Also auf zum kleinen Elektrogeschäft, mit dem Kulli in der Tasche, den ich eigentlich selbst behalten wollte. Nun hatte ich Zeit, stellte mich wieder vor und erklärte dem netten Mann dieses "verschenkte" Tauschgeschäft. Ja, ich war wieder da und innerlich hüpfte ich wie ein kleines Kind. Ich habs geschafft. Und mit einem fetten Grinsen im Gesicht konnte ich nun endlich einkaufen.

Am nächsten Tag auf der Maßnahme stellte ich meine kleine Odyssee vor. Aber das schlimmste ist, wenn man dann doch mit dem Gedanken spielt: Hmmm, das könnte man doch noch weiter machen oder? Hin und hergerissen, am überlegen...uff...ja, ich bin bekloppt, aber was solls. Auf einer gewissen Plattform im Internet habe ich schon schlimmeres gesehen. Und heute, am zweiten Tag meiner Gedankenreise, was ich machen könnte und die Frage, ob ich es wirklich tun soll, sitze ich nun hier, schreibe meine Gedanken auf und bin absolut gespannt darauf, wie es weitergeht. Im Hinterkopf mit dem Gedanken, wenn ein Kanadier eine rote Büroklammer gegen ein Haus tauschen konnte, würde ich es schaffen ein Ü-Ei-Spielzeugauto irgendwann zu einem richtigen Auto zu tauschen?  Doch zuerst muss ich mich um die Krise kümmern, die meine Tochter hat...ihr selbstgebautes Zelt aus Vliesdecken wurde von ihrem größeren Bruder zum Einsturz gebracht - oi.

Und morgen muss ich erst mal fragen, ob ich die Maßnahme namentlich erwähnen darf. Mit Adresse und allem drum und dran, denn der kleine Tauschladen könnte auch davon profitieren. Meinen Post mache ich so oder so, denn das ist schließlich meine private Sache und mal schauen, wohin mich das bringt. In diesem Sinne...

Wer also Interesse hat oder mir Glück wünschen möchte, bitte per PN anschreiben oder ein Kommi setzen. Den einen oder anderen den ich auf meine Blockierliste setzen werde, wünsche ich natürlich auch viel Glück für sein Leben und das derjenige was auf die Reihe bekommt.

Ahso und versprochen, die nächsten Posts werden kleiner, aber nicht leiser. Was in diesem Fall bedeutet...ich habe immer noch den schicken Röhrenfernseher (funktioniert, ist aber ohne Fernbedienung, 20 Zoll) den ich gegen ein Fahrrad tauschen möchte. Fahrtüchtig sollte es sein, damit es weiter getauscht werden kann.

31.05.2014

Heute habe ich die Homepage erstellt. Ich bin gespannt wer schneller sein wird...meine Bekannten und Freunde, die das geil finden oder diejenigen mit der Langeweile auf jeden Mist zu antworten. ;)

Und ja, die Krise meinter Tochter war noch am selben Tag beendet, sie hats wieder aufgebaut, aber im Kinderzimmer weiter gespielt. ;)


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